ZertES vs. eIDAS: Was sind die wichtigsten Unterschiede für Schweizer Unternehmen?
Der wichtigste Unterschied liegt im Geltungsbereich: eIDAS gilt in der Europäischen Union, während ZertES der Schweizer Rechtsrahmen für elektronische Signaturen ist. Für Schweizer Unternehmen reicht eine eIDAS-konforme Signatur möglicherweise nicht aus. Um Rechtssicherheit in der Schweiz zu gewährleisten, müssen qualifizierte elektronische Signaturen die Anforderungen von ZertES erfüllen.

ZertES vs. eIDAS: Ein rechtlicher Vergleich
Auf den ersten Blick wirken ZertES und eIDAS ähnlich. Beide definieren elektronische Signaturen und erkennen qualifizierte elektronische Signaturen als rechtlich gleichwertig mit handschriftlichen Unterschriften an.
Für Unternehmen in der Schweiz sind die praktischen Unterschiede jedoch entscheidend.
| Kriterien | ZertES (Schweiz) | eIDAS (Europäische Union) |
| Rechtsrahmen | Nationales Gesetz | EU-Verordnung |
| Gleichwertig mit handschriftlicher Unterschrift | Ja | Ja |
| Grenzüberschreitende Anerkennung | Eingeschränkt | Innerhalb der EU |
| Nutzung in der Schweiz | Direkt anwendbar | Nicht immer ausreichend |
Der wichtigste Unterschied: Anerkennung und Rechtsraum
Der Hauptunterschied zwischen ZertES und eIDAS besteht darin, wo die jeweiligen Regelwerke gelten.
eIDAS regelt elektronische Signaturen in der Europäischen Union. ZertES regelt elektronische Signaturen in der Schweiz.
Das bedeutet, dass eine nach eIDAS ausgestellte qualifizierte elektronische Signatur innerhalb der EU gültig ist, jedoch nicht automatisch als ZertES-konform nach Schweizer Recht anerkannt wird.
Was das für Schweizer Unternehmen bedeutet
Für Unternehmen mit Tätigkeit in der Schweiz ist dieser Unterschied entscheidend. Die Nutzung einer elektronischen Signaturlösung aus der EU reicht für Schweizer Rechtsanforderungen möglicherweise nicht aus.
In der Praxis sollten Schweizer Unternehmen prüfen, ob ihr Signaturanbieter ZertES-konforme qualifizierte elektronische Signaturen unterstützt, insbesondere bei Dokumenten mit hohen rechtlichen Anforderungen in der Schweiz.

Häufiges Missverständnis
Ein häufiges Missverständnis lautet: „Wenn eine Signatur eIDAS-konform ist, ist sie überall gültig.“
Das stimmt nicht immer. ZertES und eIDAS sind getrennte Rechtsrahmen. Sie basieren auf ähnlichen Prinzipien, sind jedoch nicht austauschbar.
Die richtige elektronische Signaturlösung wählen
Für Organisationen, die sowohl in der Schweiz als auch in der EU tätig sind, ist es am sichersten, die rechtlichen Anforderungen der jeweiligen Rechtsräume sorgfältig zu prüfen.
Unternehmen sollten sicherstellen, dass sie Zugriff auf ZertES-konforme qualifizierte elektronische Signaturen haben, wenn Dokumente dem Schweizer Recht unterliegen, und auf eIDAS-konforme Signaturen bei Anforderungen innerhalb der EU.
eIDAS in der Schweiz: Reicht das aus?
Wenn es eine zentrale Erkenntnis aus dem Vergleich zwischen ZertES und eIDAS gibt, dann diese: Welche Anforderungen erfüllt werden müssen, hängt davon ab, in welcher Rechtsordnung Ihre Dokumente rechtlich anerkannt werden sollen.
Für Schweizer Organisationen reicht die ausschliessliche Orientierung an eIDAS nicht immer aus. Um die Rechtsgültigkeit von Dokumenten nach Schweizer Recht sicherzustellen, ist es entscheidend zu verstehen, wann ZertES zur Anwendung kommt und welche Art von elektronischer Signatur erforderlich ist.
Unabhängig davon, ob Sie Verträge innerhalb der Schweiz unterzeichnen oder grenzüberschreitend zwischen der Schweiz und der EU tätig sind: Ein klares Verständnis dieser Anforderungen hilft dabei, Compliance-Risiken zu reduzieren und Unsicherheiten bei der Wahl einer elektronischen Signaturlösung zu vermeiden.
Wenn Sie einen umfassenden Überblick über die rechtlichen Anforderungen, die verschiedenen Signaturarten und verfügbare ZertES-konforme Lösungen erhalten möchten, bietet unser ZertES-Praxisleitfaden einen idealen Einstieg für Unternehmen, die rechtsgültige elektronische Signaturen in der Schweiz einsetzen möchten.